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Hochzeit, ein Fest der großen Traditionen oder ein nüchternes Manifest für eine Lebensgemeinschaft? Macht es eigentlich noch Sinn, die Sitten und Gebräuche der Vergangenheit, das was einmal war, zu bewahren, das was Tradition hat, fort zu setzen?
Ja und Nein. Die Hochzeit ist in unserer heutigen, sehr verstandesbetonten Zeit eines der letzten großen, romantischen und berührenden Ereignisse. Das Bedürfnis, ein gefühlvolles Fest im Zeichen von Liebe und Zweisamkeit zu feiern, ist tief in uns verwurzelt. Andererseits hat sich die Auffassung von Partnerschaft und Ehe in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend geändert. Neben der Ehe sind neue Denkmodelle, neue Formen des Zusammenlebens, des gemeinsamen Wohnens entstanden. Die Hochzeitsfeier, der Schleier, das Brautkleid, die Hochzeitstorte und alles, was dazu gehört, diese Elemente der Tradition dienen dem Menschen als Garant dafür, was als Ehe oder Lebensgemeinschaft mit diesem Fest seinem Anfang nimmt.
(Reingard Meier, Die Raabtaler Hochzeit, Fladnitz im Raabtal 2006. S. 8.)
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