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Dass Dorfmuseum Fladnitz im Raabtal und die 4a Klasse der Hauptschule Kirchberg an der Raab auf der gemeinsamen Suche nach der „verlorenen Sprache“

Das Museen nicht nur bewahren und ausstellen können, beweist das Fladnitzer Dorfmuseum mit zwei erfolgreichen Vermittlungsprojekten in Zusammenarbeit mit der Hauptschule Kirchberg an der Raab. So entstanden ein „Audioguide“ und ein „Multimediaguide“ anlässlich der Schriftausstellung „Gänsefeder und digitale Maus“ - ein Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne. Als Beitrag zum österreichweiten Thema „Alltagskultur- Frauenalltag“ wurde im Rahmen eines Projektes das „Raabtaler Dialektwörterbuch – eine Sammlung für Kenner, Liebhaber und Einsteiger“ herausgegeben.

In dieser einzigartigen Sammlung finden sie 1800 Dialektwörter, welche die SchülerInnen in ihren Familien sammelten – Wörter, die noch geläufig sind, solche, die kaum mehr gesprochen werden, oder jene , die bereits in Vergessenheit geraten sind. Die Sammlung der Raabtaler Dialektwörter wurde durch Illustration, Gedichte und Gedanken von Schülerhand ergänzt. Ziel war es, spielerischen Zugang zur geschriebenen Sprache zu bekommen, mit ihr zu jonglieren und anschließend selbständig Literarisches in der Schreibwerkstatt zu Papier zu bringen. So trägt die Beschäftigung mit dem eigenen Dialekt zur persönlichen Identitätsfindung, zur Stärkung des Selbstbewusstseins und zum Vertrauen in die eigene Sprache bei. Betreut wurde das Projekt von Reingard Meier und Sonja Trummer.

Die Präsentation dieses Dialektwörterbuches fand am 4. März im Turnsaal der Hauptschule Kirchberg an der Raab um 19.00 Uhr in einer großen Veranstaltung statt.

Erwerben kann man das Dialektwörterbuch unter der Tel. 0 31 15 / 43 71; 0 31 15 / 22 95 oder reimei@direkt.at zu € 10.- zuzügl. Versandkosten.


Eine Sammlung für Kenner, Liebhaber und Einsteiger oder
Auf der Suche nach der (verlorenen) Sprache

Irgendwie reden wir heute anders als unsere Eltern gestern und unsere Eltern anders als ihre Großeltern vorgestern und diese wiederum....

Über ein gemeinsames Projekt des Dorfmuseums Fladnitz im Raabtal und der Hauptschule Kirchberg an der Raab

Das aktuelle Projekt "Frauenalltag in steirischen Regionalmuseen" ist der steirische Beitrag im Rahmen des gesamt-österreichischen Projektes "Alltagskultur seit 1945". Das Museumsforum Steiermark initiierte die Thematisierung in Form von dezentralen Ausstellungen, Veranstaltungen und Beiträgen, welche im Jahr 2005 steiermarkweit stattfinden. Das gemeinsame Projekt von Schule und Museum über die Muttersprache, eigentlich der Dialektform, kann im steirischen Regionalmuseum als Beitrag zur Identitätsstiftung angesehen werden.

Das Dorfmuseum versucht sich durch kontinuierliche Vermittlungsarbeit im regionalen Umfeld zu positionieren. Dabei wird großes Augenmerk auf die Einbindung der Schule gerichtet, sich in Projekt- und Ausstellungsprozesse einzubringen. Das Dorfmuseum versucht die SchülerInnen für die Institution Museum zu begeistern, indem diese aktiv in das Museumsgeschehen einbezogen werden, sei es bei der Umsetzung und Aufarbeitung eines Ausstellungsthemas, in Bereichen der Präsentation oder an Aktionstagen.

Das Projekt "Raabtaler Dialektwörterbuch - eine Sammlung für Kenner, Liebhaber und Einsteiger" , welches sich mit der Muttersprache, im Besonderen mit dem Dialekt beschäftigt und als praxisorientiertes Beispiel der Vermittlungsarbeit die eigene Sprache in den Mittelpunkt rückt, ist, wie eingangs erwähnt, ein Beitrag zum österreichweiten Thema "Alltagskultur - Frauenalltag nach 1945"

Literarische Spurensuche in der Literaturwerkstatt

Vertraut sein und vertraut machen mit dem Dialekt

Angeregt durch die Aktivitäten des Fladnitzer Dorfmuseums entschloss sich eine Projektgruppe von SchülerInnen und LehrerInnen der Hauptschule Kirchberg an der Raab in Kooperation an diesem Projekt mitzuarbeiten und neue Akzente zu setzen. Die Voraussetzung für das Gelingen der Schreibwerkstatt ist die Tatsache, dass die SchülerInnen mit dem gesprochenen Wort im Dialekt gut vertraut sind. Ziel des Projektes ist es, durch gemeinsam erarbeitete Wortfelder im Dialekt spielerisch den Zugang zur geschriebenen Sprache zu bekommen, mit ihr zu jonglieren und anschließend selbstständig Literarisches zu Papier zu bringen. Die SchülerInnen haben die Möglichkeit, Erfahrungen in Bezug auf die feine Nuancierung und die Aussagekraft von Dialektwörtern zu sammeln und sensibel für Sprache zu werden. So trägt die Beschäftigung mit dem eigenen Dialekt zur persönlichen Identitätsfindung, zur Stärkung des Selbstbewusstseins und zum Vertrauen in die eigene Sprache bei. Dies soll herausfordern, auf die Kraft der eigenen Muttersprache zu vertrauen und durchaus spielerisch und schöpferisch mit ihr umzugehen.

Weiters wird die vorliegende Sammlung der Raabtaler Dialektwörter durch Illustrationen, Gedichte und Gedanken von Schülerhand ergänzt. Machen wir uns bewusst, dass Sprache viele Möglichkeiten bietet. Damit tragen wir zu ihrer Entwicklung und Anpassung an die Gegenwart bei und bieten Möglichkeiten für die Zukunft. Den Höhepunkt stellt die Veröffentlichung in dieser Buchform und die Präsentation dieses gemeinsamen Projektes von Schule & Museum im Frühjahr 2005 dar. Sprache hat mit der eigenen Persönlichkeit, mit der eigenen kulturellen Identität zu tun. Dies bewusst zu machen und zu fördern ist wesentlich.

Ein herzlicher Dank gilt allen Personen und Institutionen, die durch ihre Mithilfe oder finanzielle Unterstützung zur Realisierung dieses Projektes beitrugen. Besonders aber gilt er Frau Sonja Trummer, Lehrerin für Deutsch und Biologie an der Hauptschule Kirchberg an der Raab. Sie leitete die "Literaturwerkstatt" und unterstützte die SchülerInnen der 4.Klasse in der "literarischen Begegnung" mit dem Dialekt und förderte so die Entstehung der Gedichte in diesem Band.

Reingard Meier

 

Buchstabe A

 

Buchstabe H

Buchstabe S

 

 

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