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von Reingard Meier

„Wer das Alte vergisst, wird auch das Neue nicht lange behalten!“ So sind in Zeiten unternehmerischen Denkens und Wirtschaftens nicht der Gewinn und der Ertrag das einzig Messbare, sondern unser Brauchtum, unsere Kulinarik und unsere Kultur, die sich lebens- und sinnstiftend weiter entwickelt haben. Das Brauchtum gehört zu unseren Wurzeln, welche Kraftquelle sein können, weil sie unser Leben reizvoll, abwechslungsreich, unverkennbar und unaustauschbar machen. Aus Anlass des 10-jährigen Bestandsjubiläums des Dorfmuseums Fladnitz im Raabtal entstand die Ausstellung „ Die Raabtaler Hochzeit“, welche im Besonderen die Bräuche rund um die Hochzeit dokumentiert. Diese Ausstellung zeigt nicht nur ein großes Engagement seitens der Veranstalter, sondern ist vor allem dann erfolgreich, wenn viele Menschen in der Region diese Idee und diesen Reichtum weiter nach außen tragen und leben.

Zur Vertiefung der Ausstellung wurde das Raabtaler Hochzeitsbuch von Reingard Meier herausgegeben. Das Buch gehört zur Brauchtumsreihe wie das „Raabtaler Dialektwörterbuch“. Im Raabtaler Hochzeitsbuch befasst sich Reingard Meier mit den Bräuchen und Traditionen, sowie den Zeichen und Symbolen der Hochzeit. Gedichte und Sprüche zur Hochzeit, Hochzeitsspiele, originelle Hochzeitsgeschenke, ein altes Hochzeitslied, sowie Hochzeitsmehlspeisrezepte zeigen die Vielfalt des Raabtaler Hochzeitsbuches auf. Von Bittelmännern und Hochzeitsladern, von Kranzldirndln und Pransterern, von der Hochzeitsmusik und dem Polterabend, oder vom Kranzlabtanzn und Fürholtn erzählt dieses Buch.

Erhältlich ist „Die Raabtaler Hochzeit“ (117 Seiten, A5-Format, € 12,50 zuzüglich Versandspesen) im Dorfmuseum Fladnitz im Raabtal, 8322 Fladnitz im Raabtal 185, Tel. 03115/ 4371 oder 03115/ 2295 oder unter der E-mail-adresse reimei@direkt.at

Öffnungstage zur Besichtigung der Hochzeitsausstellung im Dorfmuseum Fladnitz im Raabtal:
Ostermontag – 26. Oktober jeden 1. Sonntag im Monat von 14-17 Uhr oder bei Voranmeldung ( Tel.03115/ 4371 oder Gemeindeamt Fladnitz im Raabtal 03115/ 2295 )


AUSFOHR`N
Der Hochzeitszug fährt nach der kirchlichen Trauung zur "Nachmittagsjause" zu einem Gast-haus während das Brautpaar Fotoaufnahmen macht.

AUSSISPIEL`N
Am Ende der Hochzeit wird das Brautpaar mit einem Marsch "aussigspielt". Die Musik geht voran. Der offizielle Teil der Hochzeit ist beendet.

BRAUTSTRAUSS
Er ist ein unerlässliches Requisit der Braut. Er wird am frühen Morgen des Hochzeitstages durch Boten der Braut überbracht. Er darf beim Brautstehlen nicht vergessen werden. Die Braut wirft den Brautstrauß ledigen Freundinnen zu - wer ihn fängt, soll die nächste Braut werden.

BRAUTABHOLEN
Die erfolgt durch den Bräutigam und dessen Beistand. Danach heißt es für die Braut Abschiednehmen vom Elternhaus. Dank, Abbitte und Segen gehörten in früheren Zeiten (die Braut kniete vor den Eltern nieder, dankte für alle erwiesene Liebe und erbat ihren Segen) zum Abschiedszeremoniell.

BRAUTFÜHRER
Er spielte eine zentrale Rolle und war für die gesamte Organisation der Hochzeit verant-wortlich.
BRAUTSTEHLEN
Der Zeitpunkt des Brautstehlens ist regional unterschiedlich, in der Südoststeiermark nach dem Hochzeitsmahl. Manchmal wird auch der Bräutigam entführt. Die Beistände lösen Bräutigam und Braut aus. Die Beistände teilen sich die Zeche. Es ist üblich beim Brautstehlen Wein oder Sekt zu trinken.

BRAUTTANZ
Er ist ein Ehrentanz und findet gewöhnlich um Mitternacht statt, er wird auch als "Kranzlabtanzen" bezeichnet, weil früher der Braut der Kranz von der Brautmutter abgenommen und dafür eine Haube aufgesetzt wurde - daher "unter die Haube kommen." "Zu Ehren der Brautleute halten wir jetzt den sog. Brauttanz ab. Tanzabfolge : Braut - Brautführer; Brautleute; Bräutigam - Beistand; Braut - Beistand; Bräutigam - Eltern; Braut - Eltern; Bräutigam - Patin; Braut - Pate; Bräutigam - Großeltern; Braut - Großeltern. Danach folgen die Geschwister, Onkeln, Tanten, Verwandte und Freunde.

BRAUTAUFWECKEN
Das Brautaufwecken erfolgt am frühen Morgen vor dem Wohnhaus der Braut in Form von Böllerschießen oder auch Musik.

HOCHZEITSLADER
Sie sind heute in unserer Gegend nicht mehr anzutreffen, früher kam der Brautwerber mit dem Bräutigam ins Haus der Brauteltern, um mit überlieferten Sprüchen und Redensarten um die Hand der Auserwählten anzuhalten. Die Art der Bewirtung galt als Zusage oder als Abweisung. Ein Handschlag besiegelte die Annahme.

HOCHZEITSFOTOS
Sie werden zwischen der Vermählung im Standesamt und in der Kirche gemacht; das Brautpaar erledigt dies während der Nachmittagsjause im Atelier des Fotografen. Das ist eine besonders angenehme Lösung für die Hochzeitsgäste!

HOCHZEITSBUSCHEN
Er bestand traditionell aus Rosmarin (Liebessinnbild), Myrthen und Buxbaum. Wurde vom Brautführer und dem Hochzeitslader am Hut getragen. Verheiratete Hochzeitsgäste tragen heute das Anstecksträußl rechts und die Ledigen links.

HOCHZEITSTORTE
Brauch ist das gemeinsames Anschneiden durch das Brautpaar. Derjenige, der beim Tortenanschneiden die Hand beim Messer obenauf hat, behält auch die Oberhand in der Ehe?

HOCHZEITSZUG
Aufstellung vor der Kirche. Die Brautleute werden bereits vom Priester erwartet. Er begrüßt die Brautleute, danach erfolgt der Einzug in die Kirche: Pfarrer - Ministranten; Brautführer-Bräutigam; Familienmitglieder, Verwandte, Freunde und zuletzt die Braut mit ihrem Beistand.

"NACHIGEHER" oder „PRANSTERER“
Sie sind Freunde, Nachbarn, Vereinskollegen, die zur Abendunterhaltung eingeladen werden. Nach altem Brauch werden sie bewirtet. Früher mussten sie ihr Mahl selbst bezahlen, im Gegensatz zu den "Mahlgästen", die an der gesamten Hochzeitsfeierlichkeit teilnahmen.

POLTERABEND  oder JUNGGESELLENABSCHIED
Er wird heute von Braut und Bräutigam getrennt gefeiert. Ein klassischer Polterbrauch ist das Zerschlagen von Porzellan, das als Beglückwünschung verstanden wird. Bei uns wird eine Woche vor der Hochzeit gepoltert.

TRAUUNG
Die Trauung im Standesamt findet vor der Trauung in der Kirche statt. Am Ende der kirchlichen Trauungzeremoniells wechselt das Brautpaar seine Ringe, erhält den kirchlichen Segen vom Priester und darf sich küssen.

WEGABSPERREN
Der Weg zur Trauung wird versperrt und nach einem Schluck Schnaps für eine kleine Spende freigegeben.

WEINTRINKEN
Nach Ende des Trauungsgottesdienstes stoßen die Brautleute mit einem Glas gesegneten Johannisweines mit allen Hochzeitsgästen in der Kirche an.

WEISEN
Die bedeutet Geschenskübergabe. Es ist ein sehr schöner Brauch und erfolgt meist vor Mitternacht . Oft werden auch die Glückwunschbillets vorgelesen.

ZEREMONIENSTAB
Der Brautführer hielt einen Zeremonienstab, auch "Ladsteck`n" genannt, mit grün- weißen Bändern und einem Blumenbuschen aus Buxbaum und Fichtenreisig.


"Es muss feste Bräuche geben", sagte der Fuchs.
"Was heißt feste Bräuche?", fragte der kleine Prinz.
"Auch etwas in Vergessenheit Geratenes", sagte der Fuchs. "Es ist das, was einen Tag vom anderen unterscheidet, eine Stunde von der anderen Stunde."
(Antoine de Saint-Exupery)

DIE RINGE

Es gibt kein treffenderes Symbol für die Ehe als die beiden Ringe, welche die gleiche Würde von Mann und Frau zum Ausdruck bringen sollen. Da der Ring ohne Ende ist, ist er ein Bild für die Ewigkeit. Da der Ring rund ist, ist er ein Bild für die Vollkommenheit. Der Ring ist mehr als ein bloßes Erinnerungszeichen, er beinhaltet das „immer wieder neu“.   mehr >>

DIE TRAUZEUGEN


Trauzeuge kann jede volljährige Person sein. Als Trauzeugen können bei der standesamtlichen Trauung andere fungieren als bei der kirchlichen Trauung. Diese Trauzeugen sind „Beistände“ für die Ehe.

DAS HOCHZEITSKLEID

„Ganz in Weiß“ - Weiß ist in der westlichen Kultur die Farbe der Freude und der Festlichkeit, des Lebens und des ungebrochenen Lichts. Außerdem war es immer auch ein Symbol für Reinheit und Jungfräulichkeit. Aus dem Brautkleid kann später das Taufkleid für das Kind genäht werden.

DIE HOCHZEITSKERZE

Die Hochzeitskerze gehört seit dem Mittelalter zu jeder Brautmesse. Die Kerzen sollen die Gebete um Glück und Segen zum Himmel tragen. In manchen Gegenden der Steiermark trägt die Braut statt des Blumenstraußes eine reich verzierte Kerze, die während der Brautmesse neben ihr steht. Anderswo wird die Kerze von einem Kind getragen, das den Brautzug damit eröffnet. Diese Kerze brennt entweder schon oder sie wird zu Beginn der Trauung an der Osterkerze oder am ewigen Licht entzündet. Wenn die Trauung unter einem Leitspruch steht, dann wird dieser meist auch auf der Kerze zum Ausdruck gebracht. Die brennende Kerze kann als Symbol der Liebe verstanden werden: leuchten, sich wärmen, sich verzehren. Die Hochzeitskerze erinnert an den Hochzeitstag und könnte an wichtigen Familienfesttagen entzündet werden.

DER BLUMENSCHMUCK

Blumen sind Zeichen des Lebens und waren in früherer Zeit ein Mittel der Geisterabwehr. Blumen sind zugleich Symbol der Liebe und der guten Wünsche. Die besonderen Hochzeitspflanzen waren früher Rosmarin und Myrten.

DER WEIN

Wein ist der Ausdruck der Lebensfreude, der Fruchtbarkeit, der Kostbarkeit und der Köstlichkeiten des Lebens. Er ist das Ergebnis konkreter beharrlicher Zuwendung und mühsamer Pflege und damit Zeichen für die Ehe im Alltag. Der Wein hat deshalb eine zentrale Bedeutung bei der Feier der Trauung und der Hochzeitstafel.

 

 

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Februar "Hornung"

"Wenn's im Februar nicht schneit, schneit es in der Osterzeit", Februar mit Schnee und Regen, deutet hin auf Gottes Segen".

1. - 20. 02. - Fasching

1. - 28. 02. - Monat Februar

02. 02. - Maria Lichtmeß

03. 02. - Hl. Blasius

05. 02. - Hl. Agatha

06. 02. - Hl. Dorothea

14. 02. - Valentinstag

22. 02. - Petri Stuhl-Feier

24. 02. - Hl. Matthias

06. 02. - Aschermittwoch

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Franz Weiß "Holzschnitte 1950-2006"

Eine Publikation, die in bildlicher Darstellung das gesamte Holzschnittwerk von Franz Weiss umfasst.

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