Abendmahl
Mit der Stiftung des Abendmahls, gab Christus seinen Jüngern eine Hilfe fürs Leben. Das Abendmahl will vom Leben her verstanden werden, so einfach, wie es gemeint ist. Im Orient verband das Mahl zu besonders inniger Gemeinschaft. Der Grundton bei einem Gastmahl war ein froher unbeschwerter. Aufgrund der großen Tageshitze fand die Hauptmahlzeit am Abend statt. „Abendmahl“ übersetzt bedeutet „festliches Gastmahl“. Das letzte Abendmahl will vom Tod Jesu her verstanden sein. In der Abschiedsstunde nimmt Jesus Brot, bricht jedem Jünger ein Stück ab und lässt den Kelch herumreichen. „Nehmet, esset! Das ist mein Leib. Nehmet, trinket! Das ist mein Blut". Er sagt den Seinen, sie sollen dieses Mahl in Zukunft wiederholen.
Sein Kreuz verunsichert die Jünger. Durch die Gabe von Brot und Wein sagt er ihnen: Ich sterbe für euch. Ich lasse meinen Leib brechen und mein Blut vergießen – für euch zu eurer Erlösung.
Beim letzten Abendmahl weilt er (Jesus) als Herr inmitten seines Volkes.
Das Abendmahl ist eine Feier, es ist ein festliches Mahl. Eucharistie, d.h. Lobpreis, weil das ganze Mahl unter den Zeichen des Lobes und der Freude steht. Wie das Volk Israel im jährlichen Passahfest Gott für die Errettung aus der Fremdherrschaft lobpreist, so soll die erlöste Christenheit im Abendmahl Gott für die erbrachte Erlösung von aller Sünde danken und preisen.
Adventkalender
Um 1920 erschienen die ersten Adventkalender mit Türchen zum Öffnen auf dem Markt, so wie wir sie heute kennen. Die Ursprünge lassen sich jedoch bis in das 19. Jahrhundert zurückverfolgen, als in religösen Familien im Dezember 24 Bilder nach und nach an die Wand gehängt wurden.
Ferner kannte man 24 an die Wand oder Tür gemalte Kreidestriche, von denen die Kinder jeden Tag einen wegwischen durften ("Strichkalender"). Oder es wurden Strohhalme in eine Krippe gelegt, für jeden Tag einer, bis zum Heiligen Abend. Eine weitere Form des Adventkalenders ist eine Adventkerze, die jeden Tag bis zur nächsten Markierung abgebrannt werden durfte.
Adventkranz
Der Brauch ist evangelischer Herkunft und ein sehr junger Brauch. Er begann sich erst nach 1945 über Kindergärten, Schulen und Privathäusern zu etablieren. Der Adventkranz versinnbildlicht das allmählich wachsende Licht und das Kommen Christi. An die Heiligengestalten der Adventzeit heften sich weltliche, durch die Mitwinterzeit beherrschte Bräuche. Der Adventkranz geht auf den Hamburger Theologen Johann H. Wichern zurück. Er hat im Dezember 1838 an jedem Tag im Advent eine Kerze entzündet und sie auf einen Holzkranz geseckt, später kam der Schmuck aus grünen Zweigen dazu womit der Adventkranz "geboren" war. Dieser Brauch hielt zunächst in den evangelischen Familien Einzug. 1925 hing zum erstenmal ein Adventkranz in einer katholischen Kirche.
Anbetung
Der Kult, welcher der Eucharistie außerhalb der Messe erwiesen wird, hat einen unschätzbaren Wert für das Leben der Kirche. Dieser Kult ist eng mit der Feier des eucharistischen Opfers verbunden. Die Gegenwart Christi unter den heiligen Gestalten, die nach der Messe aufbewahrt werden – seine Gegenwart, die so lange andauert, wie die Gestalten von Brot und Wein Bestand haben, strebt auf sakramentale wie geistliche Kommunion zu.
Den eucharistischen Kult, insbesondere die Aussetzung des Allerheiligsten Sakraments sowie das Verweilen gilt es zu pflegen.
Apostel
Die Bezeichnung „Apostel“ wird im Neuen Testament im Sinn von Abgesandten und Sendboten der Gemeinden (2. Kor.8, 23; Phil.2, 25) aufgezeigt. Jeder der predigen will, muss von Christus gesendet sein.
Die Bezeichnung Apostel bezieht sich nicht nur auf die Weggefährten Jesu.
Das Neue Testament zeigt uns Apostel in allen Gemeinden (Eph.4,11; 1.Kor.12,28), Männer die berechtig sind, die vorhandenen Beziehungen zwischen Christus und den Gemeinden aufrechtzuerhalten oder neu anzuknüpfen. Das Apostolat ist keine Einrichtung einer bestimmten Zeit, sondern ein ordentlicher Dienst, der immer nötig ist. Gäbe es keine Apostel, keine Gesandten mehr, so wären laut christlicher Vorstellungen die Beziehungen zwischen Himmel und Erde abgebrochen.
Wenn es aber heißt, dass die Gemeinde Jesu auf dem Fundament der Apostel erbaut ist, sind damit die Apostel (Wegbegleiter Jesu) und Propheten (Eph.2,20) gemeint.
Das Apostelamt wird durch Handauflegen weitergeben (apostolische Sukzession).
Auferstehung
Das Neue Testament spricht von der Unsterblichkeit der Seele, es verkündigt die Auferstehung der Toten. Im Griechischen bedeutet es „Wiedererstehen“. Die christliche Vorstellung kennt keine Aufgehen der menschlichen Person in der Allseele - ein sehr aktuelles Erklärungsmotiv.
Christus und die Apostel sprechen von der Wiederherstellung des Menschen in seiner gottgeschaffenen Eigenart. Fortbestehen soll nicht ein Teil des Menschen (seine Seele, sein Geist) , sondern der ganze Mensch einschließlich des Leibes in eine neue Wirklichkeit hineinverwandelt werden. Das Neue Testament kennt nicht die spätgriechische Geringschätzung (Platon, Dualismus) des Leibes. Der Leib, wie ihn der Schöpfer gab, kann nicht bloß Gefängnis des Geistes sein. Leib und Seele sind untrennbar. Der Leib ist Ausdrucksmittel des inneren Menschen, ist ein Tempel Gottes und Wohnung des hl. Geistes. (1.Kor.3,16). Der jetzige Leib ist zwar dem Tod verfallen; deswegen wird der Mensch aber in der Vollendung nicht ohne Leib sein. Er wird vom Tod erstehen mit Leib, Seele und Geist. Nicht das, was der Mensch auf Erden aus sich selbst gemacht hatte, nicht das, was in diesen Weltverhältnissen aus ihm geworden war, soll fortleben. Sondern so, wie Gott ihn anfänglich schuf, soll er wieder aufleben, dieser göttliche Anfang soll in der Auferstehung vollendet sein. Der auferstandene Mensch soll im Lichtglanz erstrahlen ( 1. Kor.15,25). Das göttliche Orginal das jeder Mensch in sich trägt, wird hier zur Entfaltung kommen. Darum wird jeder kenntlich sein als der, der er ist. Im Vergleich zum jetzigen Zustand des Menschen, bedeutet die Auferstehung eine völlige Verwandlung oder Neuschöpfung.
Die Auferstehung Jesu war bahnbrechend, in dem Jesus in die neue göttliche Seinsweise einging, ist ein Durchbruch zur Lichtwelt erfolgt. Das ist für alle, die mit Christus in Verbindung stehen bedeutend. Die Auferstehung gibt dem Erlösungswerk im Kreuz erst Sinn. Er ist auferstanden um „der Herr“ zu sein, d.h.: um inmitten einer erlösten Menschheit seine Gnadenherrschaft aufzurichten.
Beten
Um Beten zu können, muss man nicht aufsteigen zu irgendeiner religiösen Höhenlage, sondern es gilt, herabzusteigen von den Stelzen und da zu stehen, wo das kleinste Kind steht (Matth.18,3). Beten heißt: So wie man ist und wie einem zumute ist, vor Gott stehen und mit ihm zu sprechen.
Das Recht zum Beten liegt in der göttlichen Abstammung des Menschen. Sprecht wie der Herr uns zu beten gelehrt hat: „Vater unser im Himmel…“
Hiermit wird auf die göttliche Abstammung hingewiesen.
Es geht im zuletzt nicht um Gaben, sondern darum, dass man dem Geber selbst nahe kommt. Die Gegenwart Gottes das Hereinbrechen seines Lebens ins persönliche Leben, das ist Sinn des Betens.
Christkind, Weihnachtsmann
Christkind
Martin Luther schaffte um 1535 die Kinderbescherung durch den Heiligen Nikolaus ab, der bis dahin Gabenbringer der Kinder war. Die Kinder erhielten die Gaben durch den "heiligen Christ". Das Christkind bringt im Süden Deutschlands, Teilen der Schweiz und in Österreich den Kindern die Geschenke. Auch werden die Advents- und Weihnachtsmärkte in diesen Regionen als Christkindlmärkte bezeichnet.
Weihnachtsmann
Father Christmas, Sinterklaas, Nikolaus, oder Santa Claus sind weltbekannt. Das Wort Weihnachtsmann ist seit dem 18. Jahrhundert belegt. Im Laufe der Zeit wurde in vielen Orten das Christkind durch den Weihnachtsmann "ersetzt". 1931 beauftragte die "The Coca-Cola Company" den schwedisch-amerikanischen Zeichner Haddon sundblom, den "Santa Claus" für eine Werbekampagne zu zeichnen. Sundblom schuf eine "Weihnachtsman zum Anfassen". Als Vorlage diente ihm das Gesicht eines pensionierten Coca-Cola Fahrverkäufers. Der großväterliche Weihnachtsmann mit Pausbacken, stattlichem Rauschebart und einem roten Mantel mit weißem Pelzbesatz, ist im gesellschaftlichen Bewußtsein.
Der Weg
„Der Weg“ war bei den Zeitgenossen Jesu eine Hauptbezeichnung für die Heilige Schrift; im engeren Sinne sagte man vom Gesetz des Mose, es sei der Weg. Im deutlichen Gegensatz sagt Jesus dazu: „Ich bin der Weg“(Joh. 14,6). Jesus nimmt die Ausdrücke, die er gebraucht immer in seinem einfachsten Wortsinn. Den Weg kennen, der zu einem Ort führt, heißt: orientiert sein, wie man zu gehen hat. „ Einen klaren Weg vor sich haben“ bedeutet: genau zu wissen, was man zu tun hat, welche Richtung man einzuschlagen hat; ohne Furcht und Zweifel handeln können.
Der Mensch fragt: wie kann ich mich auskennen im Leben. Wie werde ich die Unruhe des Gewissens los, ob ich am Ende doch irregehe?
Es herrscht fast allgemein die Vorstellung, als bedeute der breite Weg ein offenbar leichtsinniges, lasterhaftes Leben, der schmale dagegen ein Leben in Tugend und ernster Frömmigkeit. Als bedeute dies auf schmalen Weg gehen: kirchlich sein. Der breite Weg wäre dann der Weg der Kirchenfernen.
Die vierzehn Nothelfer
Seit dem 13. / 14. Jahrhundert in der Zeit der Pestseuchen gewann in Europa die Heiligenverehrung an Bedeutung. Man wies den einzelnen Heiligen Aufgabenbereiche nach ihren Legenden zu.
Das Patrozinium der 14 Nothelfer ist in der Steiermark eher selten, die Ursrpünge der Verehrung finden sich in Süddeutschland. Zu den bekanntesten in der Steiermark zählt die 14 Nothelferkirche in Anger bei Weiz in der Oststeiermark. Bis auf Ägidius sind alles Märtyrer, regional können die Heiligen ersetzt werden, z.B. Pantaleon durch Rochus. Zu den drei Nothelferinnen kennt der Volksmund folgenden Spruch, mit dem Hinweis auf ihre Attribute: "Barbara mit dem Turm, Margareta mit dem Wurm, Katharina mit dem Radl - das sind die drei heiligen Madl".
Die vierzehn Nothelfer
Hl. Achatius (20. Juni): gegen Todesangst und Zweifel
Hl. Ägidius (1. September): zur Ablegung einer guten Beichte
Hl. Barbara (4. Dezember): Patronin der Sterbenden
Hl. Blasius (3. Februar): gegen Halsleiden
Hl. Christophorus (24. Juli): gegen unvorbereiteten Tod
Hl. Cyriacus (8. August): gegen Anfechtung in der Todesstunde
Hl. Dionysius (9. Oktober): gegen Kopfschmerzen
Hl. Erasmus (2. Juni): gegen Leibschmerzen
Hl. Eustachius (20. September): in allen schwierigen Lebenlagen
Hl. Georg (23. April): gegen Seuche der Haustiere
Hl. Katharina (25. November): gegen Leiden der Zunge und Sprachschwierigkeiten
Hl. Margareta ( 20. Juli): Hilfe bei der Geburt
Hl. Pantaleon (27. Juli): Patron der Ärzte
Hl. Vitus (15. Juni): gegen Epilepsie und Geisteskrankheiten
Ewigkeit
Für Ewigkeit steht im griechischen Text „aion“. Äon bedeutet nicht endlose Dauer, sondern Zeitlauf. Das Neue Testament unterscheidet zwischen diesem Äon (Zeitlauf, Weltzustände) und dem kommenden Äon. Der kommende Äon bringt die Zustände der ersten gottnahen Schöpfung wieder; in ihm ist die Herrschaft der Finsternismächte beseitigt, die Gottesherrschaft ist der Gestalter. Im Neuen Testament richtet sich die Aufmerksamkeit auf das kommende Äon. „Die Welt mit ihren Lastern wird vergehen. Wer den Willen Gottes tut, der bleibt bis in den Äon hinein. „
Ewiges Leben bedeutet im Neuen Testament durchwegs: das Leben des kommenden Zeitlaufes. Also ein Leben, das gottnah ist.
Wenn Jesus sagt: „Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben“, dann bedeutet das: Wer ihm verbunden ist, der hat schon hier das ewige Leben (Joh.6,40, 47). Der kommende Äon, den Christus bei seiner Wiederkunft bringt, ist nicht der letzte. Ein Zeitalter geht dann zu Ende, wenn seine Aufgabe erfüllt ist. Für das Neue Testament ist die Ewigkeit nicht ein endlos gleichförmiger Ablauf des Geschehens, sondern eine reich gegliederte immer neu gestaltete Geschichte. Jedes Zeitalter hat seine bestimmte einzigartige Aufgabe, sein Gesicht und seinen Reichtum; unerschöpflich bricht das hervor aus den Tiefen der Gottheit und wiederholt sich nie. Die göttliche Weisheit in den Zeitläufen ist im Neuen Testament nicht Gegenstand der Neugier, sondern Gegenstand der Anbetung.
Faschingspopperln
Unter "Faschingspopperln" versteht man Kinder die am Faschingsdienstag vekleidet durch den Ort laufen, oder an einem Umzug teilnehmen. Meist werden sie bei öffentlichen Institutionen, in Geschäften und Gastäusern mit einem Krapfen belohnt.
Glaube
Glauben heißt im Hebräischen: gewiss sein, sein Vertrauen darauf setzen, ja sagen, ergreifen, festhalten, treu sein. Wenn in der Bibel davon die Rede ist, dass ein Mensch glaubt, so hat das die Grundbedeutung, dass der Mensch festhält an seiner Zugehörigkeit zu Gott – dass er seiner göttlichen Herkunft treu bleibt, - dass er sich nicht abdrängen lässt von seiner himmlischen Heimat. Der Glaube zu seinem Wesen ist erst richtig, wenn er nicht mehr nur sucht, sondern auch fand. Der richtige Glaube ist Seligkeit, ist Erfüllung, ist Heimkehr, ist Überwältigt sein. Dieser Einbruch der Gotteswelt in unsere Welt geschieht durch Christus. Er brachte in seinen Erdentagen die Menschen in die Nähe Gottes. Er holt durch sein persönliches Eingreifen Menschen heraus aus der Gottesferne.
Wenn die Apostel zum Glauben auffordern, so bedeutet das immer: Die Gelegenheit wahrzunehmen, in unmittelbare persönliche Berührung mit Christus zu treten und durch ihn mit Gott. Der Glaube selbst entsteht nur durch die Botschaft, dass heißt durch die Mitteilung, dass der erhöhte Christus jetzt gegenwärtig und es daher möglich ist, sich ihn anzuschließen. Der Glaube entsteht sowohl durch vergangene Offenbarungen als auch durch gegenwärtige – nicht so sehr durch gewesene Gotteswirkungen als durch vorhandene – nicht durch das einst geschehene Werk der Erlösung sondern durch eine jetzt geschehene Tat des Erlösers. Erst eine Berührung durch die Person Christi macht das Werk Christi am Menschen wirksam. Glauben bedeutet: den Anschluss zum Göttlichen zu haben, heißt das Gebiet des Berechenbaren zu verlassen.
Gnade
„Gnade“ gehört zu den Grundwörtern religiöser Sprache, die heutzutage vielfach unverständlich geworden ist. Das Wort „Gnade“ ist in einer generellen Krise: Es gibt keine Obrigkeiten von Gottes Gnaden mehr. In der Gesellschaft hat die eigene Leistung Priorität. Man legt weniger Wert auf Gandenerweise, als auf sein Recht. Ein derartiger Zeitgeist erschwert den Zugang zum Glauben, der ja ein Geschenk ist.
Gnade ist die heilende Zuwendung Gottes zu den Menschen. Karl Rahner sieht in der Gnade eine Grundbestimmung des Menschseins: Jeder Mensch ist zuinnerst von Gott angesprochen und antwortet darauf durch das Tun des Guten. Niemand lebt ohne Gnade, jeder Mensch antwortet in seinem Leben in irgendeiner Weise der Zuwendung Gottes.
Die traditionelle Theologie hat Gnade vielfach nach dem Schema Ursache – Wirkung betrachtet: Gottes Handeln ist die Ursache für eine gnadenreiche Wirkung im Menschen. Heutzutage wird Gnade als personales Beziehungsgeschehen zwischen Gott und Mensch gesehen: Gnade ist das Ankommen des Heiligen Geistes, also Gottes selbst, im Menschen – gnadenhaftes Einbezogensein in das Leben des dreieinigen Gottes. „Durch Ihn, mit Ihm und in Ihm“ (Jesus Christus) haben wir im Heiligen Geist Zugang zum Vater. Gott ist kein Konkurrent des Menschen. Der Mensch muss sich nicht von Gott trennen um frei zu sein, sondern es ist umgekehrt: je mehr er sich auf Gott einlässt, je mehr er Gott bei sich ankommen lässt, desto freier wird der Mensch. Gnade ist ein Beziehungsgeschehen, die den Menschen zum wahren menschlichen Leben befähigt. Gnade ist die unverdiente Zuwendung Gottes zum Menschen, die ihn prägt und durchformt.
Heil
Heil bedeutet die göttliche Antwort auf Hilferufe. Heil heißt das sieghafte Eingreifen von Gott. Heil ist die große Schicksalswende beim Kommen des lang erwarteten Retters. Heil ist nicht etwas, was hier und da zerstreut einzelnen Menschenseelen zuteil wird. Heil ist das Hereinbrechen einer anderen Herrschaft. Heil ist der Wirkungsbereich des auferstandenen Christus. Wo man von Christus berührt wird, wo man im Bereich seiner persönlichen Einwirkungen ist, das ist Heil.“ Heilsgewißheit“, nennt man oft ein innerliches zur Ruhe kommen. Im Neuen Testament geht es um die Heilsgewißheit, es geht überall nur um die Heilswirklichkeit. Es geht um die massive Tatsache der Befreiung, die nicht innerhalb der Menschenseele verläuft, sondern von „oben“ hereinbricht.
Heilige
Heilige sind nicht solche, die andere an Tugenden übertreffen, nicht sittliche Helden oder religiöse Genies, nicht solche, die ihre Seelenkräfte zur Höchstentfaltung gebracht haben. Heilige sind Menschen, in deren Person der Heilige gegenwärtig ist. Heilige sind die, in deren Leben etwas hineinstrahlt von der vollkommenen Güte. Heilige haben Berührung zur Lichtwelt. Im Leben der Heiligen ist der Rahmen der irdischen Gewohnheiten, Traditionen, Anschauungen durchbrochen, sie können den gängigen Idealen nicht widersprechen, denn was ihnen gegeben ist, ist weit größer, als irgendein Ideal vor Augen Malen kann. Ihnen ist das offenbart, „was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist „ (1.Kor.2,9..). Heilige sind Menschen, die uns das Glauben erleichtern, weil Gott in ihrem Leben präsent ist.
Auszug aus dem Interview mit Papst Benedikt XVI. aus Anlass seiner Pastoralreise nach Bayern (9.-14. September): Dass man sieht, dass es schön ist zu glauben"
CASTEL GANDOLFO, 18. August 2006 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen das Interview, das Papst Benedikt XVI. aus Anlass seines bevorstehenden Pastoralbesuchs in Bayern am 5. August dem ARD, dem ZDF, der "Deutschen Welle" und "Radio Vatikan" gewährt hat. Das in Castel Gandolfo geführte Gespräch wurde am Sonntag, dem 13. August, ausgestrahlt.
"Frage: Heiliger Vater, Ihr Vorgänger hat eine wahnsinnige Menge an Christen selig und heilig gesprochen. Manche Leute sagen, es ist sogar ein bisschen zuviel. Frage: Selig- und Heiligsprechungen bringen ja der Kirche eigentlich nur etwas, wenn diese Leute auch wirklich als Vorbilder wahrgenommen werden. Kann man da was tun – und Deutschland produziert ja relativ wenig Selige und Heilige im Vergleich zu anderen Ländern –, damit dieser pastorale Ansatz: "Wir brauchen Selig- und Heiligsprechungen" wirklich auch was bringt? Kann man da was machen?
Benedikt XVI. Also ich hatte ja anfangs auch ein bisschen die Meinung, dass uns die große Menge der Seligsprechungen fast erdrückt und dass man vielleicht mehr auswählen sollte – Gestalten, die dann deutlich ins Bewusstsein treten. Inzwischen hab' ich ja die Seligsprechungen dezentralisiert, um jeweils am Ort – denn sie gehören zu bestimmten Orten – diese Gestalten sichtbar zu machen. Vielleicht interessiert ein Heiliger aus Guatemala uns in Deutschland nicht so und umgekehrt einer aus Altötting interessiert vielleicht nicht so in Los Angeles. Also insofern, glaube ich, ist auch diese Dezentralität, der ja die Kollegialität der Bischöfe – ihre kollegialen Strukturen – entspricht, etwas, was gerade an diesem Punkt angebracht ist. Dass die Länder ihre Gestalten haben und dass sie dort zu ihrer Wirkung kommen. Ich habe auch gesehen, dass diese Seligsprechungen dort ungeheuer viele Menschen ansprechen und die Leute sehen: "Ja, das ist ja einer von uns!", und dann auf ihn zugehen und von ihm her inspiriert werden. Er gehört zu denen, und wir freuen uns, dass es dort so viele gibt. Und wenn wir allmählich durch die Weltgesellschaft auch mit denen bekannter werden, ist das schön. Aber zunächst mal ist es wichtig, dass es eben auch da die Vielfalt gibt. Und in dem Sinn ist es dann wichtig, dass wir in Deutschland auch unsere eigenen Gestalten sehen lernen und uns daran freuen dürfen. Daneben stehen dann die Heiligsprechungen mit großen Gestalten, die alle der ganzen Kirche zugedacht sind.
Ich würde sagen, die einzelnen Bischofskonferenzen sollten auswählen, sollen sehen, wer passt zu uns, wer sagt uns etwas, und sollten dann diese nicht so vielen Gestalten wirklich einprägsam sichtbar machen über die Katechese, die Predigt; vielleicht kann man auch Filme über solche Gestalten lancieren – ich könnte mir schöne Filme vorstellen. Ich kenne natürlich nur die Kirchenväter. Einen Film über Augustinus, über Gregor von Nazianz und seine ganz eigenartige Gestalt (weil er immer wieder davongelaufen ist, weil es ihm zuviel wurde und so) zu bringen und zu zeigen: Es gibt ja nicht nur unsere verflixten Situationen, die uns jetzt im Film beschäftigen, es gibt wunderbare Gestalten der Geschichte, die nicht langweilig sind, sondern Gegenwart haben. Also jedenfalls versuchen, die Leute nicht mit allzu viel zu überschütten, aber für viele solche Gestalten sichtbar zu machen, die gegenwärtig sind und die uns inspirieren. "
(Diese und weitere Gedanken von Papst Benedikt XVI wurde übernommen und sind nachzulesen in: www.zenit.org)
Heiliger Geist
Das Neue Testament spricht weniger theoretisch davon, was Heiliger Geist an sich ist, es kommt (praktisch) zum Ausdruck, wie heiliger Geist im Menschenleben wirkt. Die hebräisch-aramäische Bezeichnung für Geist (ruach) hat ebenso wie die griechische Pneuma die Grundbedeutung: Hauch (Odem), bedeutet aber auch Wind. Jesus haucht die Jünger an und sagt „Nehmt hin den heiligen Geist“ (Joh.20,22).
Der heilige Geist entfesselt die ursprünglichen Kräfte im Menschen und holt das Original aus ihm hervor, er bringt keine Neuschöpfung, er stellt den Menschen in seiner gottgewollten Art wieder her.
Kreuz Christi
Der Kreuzestod Jesu ist nicht loszulösen von seinem ganzen Leben und Wirken. Das ganze Leben ist Jesus aufs innigste mit den Menschen verbunden, dass er mit ihnen teilt und empfindet. Er ist sich dessen bewusst der Führer der Menschheit zu sein. An ihm ist es, die Menschen durch alles Dunkel und Dickicht hindurch ans Ziel ihrer Bestimmung zu bringen, dafür ist er bereit sein Leben hinzugeben. Es geht ihn um den Durchbruch aus dem Elend der Gottesferne, in dem er seine Mitmenschen sieht, zurück zur oberen Heimat. In seinem ganzen Wirken hatte Christus schon mehrmals die Schranken der gottfernen Menschheit durchbrochen; das Sterben am Kreuz war der Generaldurchbruch.
Leib
Die Seele ist das im Menschen - wodurch er zu einer in sich abgeschlossenen Person wird - die denken, fühlen und wollen kann und mit Schaffenskräften begabt ist. Mittels des Geistes kann der Mensch mit Gott in Beziehung treten. Mit dem Leib kann die Beziehung zur Welt aufgenommen werden. Im Neuen Testament ist keine Geringschätzung des Leibes zu finden, dazu ist es erst durch die Einführung griechischer Gedanken gekommen. Das Neue Testament ehrt den Leib als Schöpfung Gottes.
Leib Christi
Die Gemeinde ist das Organ, des in die Welt wirkenden Christus. Christus ist zu groß um sich in vereinzelten Personen zu verkörpern. Als Leib Christi ist die Gemeinde Trägerin seiner Gegenwart, Werkzeug, Organ seines Handels in dieser sichtbaren Welt.
Licht
Christus sagt: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh.8,12). In seiner Person strahlt mitten im Dunkel dieser Weltzustände der göttliche Glanz auf, der es den Menschen ermöglicht sich wieder zurechtzufinden, während sie sonst hilflos im Dunkeln tappen. Durch das Leben Jesu wurde seine Lehre erst richtig ins Licht gestellt und wurde zur Leuchte. Die Lehre Christi hat nur dann Leuchtkraft, wenn er selbst nahe ist, wenn sein Leben ins Menschenleben hineinragt, wenn es von seiner Person auf seine Diener überspringt, so dass seine Art in ihnen leibt und lebt. „Wer mir nachfolgt , wird das Licht haben“ (Jo.8,12). Nachfolge ist Bewegung. Christus bleibt nicht stehen. Er geht durch die Geschichte, er begleitet den einzelnen mitten im Alltag. Es genügt nicht, sich ein für allemal auf eine Position zu stellen. Wem Christus nahe ist, der hat immer eine klare Orientierung.
Liturgie
Eine wichtige Quelle christlicher Spiritualität ist die Liturgie, die verschiedenen Gottesdienste, die Sakramente, allen voran die Eucharistiefeier. Für viele Christen ist die Eucharistiefeier der Ort an dem sie Christus am intensivsten begegnen. Bei den Benediktinern steht allerdings nicht die Eucharistie im Vordergrund, sondern das Stundengebet das auf folgende Gebetszeiten zusammengefasst ist: Vigil und Laudes am frühen Morgen, auf die Mittagshore, die Vesper und die Komplet. Im Stundengebet werden Psalmen gesungen, die das Alte Testament als Gebetsschule hinterlassen hat bzw. die Hymnen, die im Lauge der Kirchengeschichte entstanden sind. Im Chorgebet tut sich den Betenden ein Fenster zum Himmel auf (im Oratorium der Franziskaner manifestiert sich das beispielsweise in der Architektur). Die Betenden haben teil an der Gemeinschaft der Engel und Heiligen.
Liturgie bedeutet immer Teilhabe an der himmlischen Liturgie.
Für den Kirchenlehrer Augustinus sind die Psalmen Lieder der Sehnsucht, die unsere Sehnsucht nach der himmlischen Heimat entfachen. Beim Singen der Psalmen wächst die Sehnsucht nach Gott. Für Augustinus ist Christus der eigentliche Psalmenbeter. Beim Psalmengebet wird in das Gebet Jesu Christi eingestimmt. Beim Psalmbeten meditiert man sich in die Erfahrungen Jesu hinein. Matthäus geht davon aus, dass Jesus am Kreuz den Psalm 22 gebetet hat. Beim Beten dieses Psalms erfolgt eine Teilnahme am Ringen Jesu am Kreuz. Der Ort an dem wir Jesus am greifbarsten begegnen ist die Eucharistie. Das Einswerden mit ihm erfolgt im Essen und Trinken, wobei nicht nur seine Worte gehört werden, sondern am Mal teilgenommen wird. Vor der Kommunion bricht der Priester das Brot und weist damit auf den gewaltsamen Tod Jesu am Kreuz hin. Sein Blut verweist auf seine Liebe, mit der er sich im Tod für uns hingegeben hat. In Tod und Auferstehung Jesu wird sichtbar, dass es nichts gibt, was nicht verwandelt werden kann. Die Eucharistie gibt uns die Gewissheit, dass Gott auch das Scheitern in einen neuen Anfang zu wandeln vermag. Eucharistie ist die Feier der Verwandlung. Das was Gott in Zeichen von Brot und Wein hingehalten wird, Zerrissenheit, Mühsaal und negative Emotionen, wird verwandelt, so dass Christus darin sichtbar wird. In der Eucharistie geht es um die Durchdringung des Lebens mit dem Geist Jesu Christi. Essen und Trinken sind tiefste Formen der Integration.
Name
Name bedeutet im Neuen Testament oft Person. Für Person gibt es weder im Hebräischen noch im Griechischen einen eigentlichen Ausdruck. Im Hebräischen steht dafür das Wort Angesicht, Antlitz. Zum Beispiel Ihr sollt mein Antlitz suchen, bedeutet: Ihr sollt die persönliche Berührung mit mir suchen.
„Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes…“ (Matth.28,19) heißt: Bringt sie durch die Taufe in den Wirkungsbereich, in die persönliche Berührung mit dem Vater, dem Sohne…..“
Offenbaren
Offenbaren (aus dem griechischen) bedeutet, enthüllen und sichtbar werden, ohne dass der Allmächtige aus seiner Verborgenheit heraustritt. Die „Offenbarung Gottes“, öffnet noch nicht die Augen, sondern nur das „Sich offenbaren“ Gottes. Das Vorhandensein von Urkunden früherer Offenbarung, bietet noch keine Gewähr dafür, dass Gott heute offenbar ist. Alles früher Geoffenbarte bleibt verhüllt, wenn Christus es nicht heute enthüllt.
Priester
Ein Priester ist ein Mittler zwischen Gott und Menschen, der stets bestrebt ist die Verbindung zwischen Gott und Mensch Aufrechtzuerhalten bzw. Wiederherzustellen. Dieses Tun hing im Alten Testament mit einem Opfer zusammen. Der Sinn des Priesteramtes trat besonders hervor im Dienst des Hohenpriesters. Wegen der Sünden des Volkes ging er einmal im Jahr am großen Versöhnungstag ins Allerheiligste. Das Allerheiligste bedeutet die unmittelbare Gegenwart Gottes.
Das Neue Testament kennt wohl verschiedene Ämter, aber es kennt kein besonderes Priesteramt. Jeder, der durch Christus Gott nahe gekommen ist, ist ein Priester. Zu diesem Dienst taugt nur, wer sich selbst, geschieden hat von allem Ungöttlichen und sich ganz Gott weiht.
Der priesterliche Dienst des Christen ist nicht möglich ohne Opfer. Ein Priester sein heißt: sich seiner Mitmenschen Willen ganz Gott hinzugeben.
Das Priesteramt wird ebenso wie das Bischofsamt durch Handauflegen weitergegeben: Apostolische Sukzession.
Prophet
Ein Prophet ist ein Mensch, der durch unmittelbare göttliche Erleuchtung einen Durchblick hat, der anderen nicht gewährt wird. Der Prophet hat durchaus nicht nur Zukünftiges vorherzusagen. Er hat die ganze Geschichte: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ins Licht zu stellen. Die göttliche Deutung der Vergangenheit gibt erst die Grundlage für eine richtige Einschätzung der Gegenwart und der Zukunft. Was Propheten sagen, ist zunächst immer auf die Gegenwart bezogen, es soll das Gewissen der Zeitgenossen wachrütteln, bzw. soll der Weg gewiesen werden. Die Schau des Propheten stammt nicht aus okkulten naturhaften Kräften. Sie steht immer im Kontext mit einem großen sittlichen Feingefühl, das ihnen geschenkt ist, und sie wird geboren aus mächtigen inneren Kämpfen, aus dem Ringen um das Schicksal des Volkes oder der Gemeinde. Die Propheten sind es, die das Leben ihrer Gemeinde wie das der einzelnen Glieder immer in das helle Licht unmittelbarer Gotteserleuchtung stellen. Wo die Prophetie erlischt, fehlt der Gemeinde die Orientierung von oben.
Ritus
Ritus: religiöser Festbrauch in Worten, Gesten und Handlungen
Ritus kommt aus dem lateinischen "ritus" was soviel wie Religionsbrauch, Zeremonie und Sitte bedeutet. Auf der Ebene des Volskglaubens entspricht dem Ritus unser Wort Brauch.
Seit 1614 regelt das Rituale Romanum die Sakramente, Segnungen usw. der katholischen Kirche, diesem ist häufig ein Proprium beigefügt, in dem landschaftlicher Brauch sich mit dem krichlichen Ritus eng vebindet.
Sauschädelstehlen mit Sauschädeltanz
Neben größeren Faschingsveranstaltungen gibt es in der Steiermark meist nur im Umfeld einer Nachbarschaft das sogenannte "Sauschädelstehlen" mit dem anschließenden "Sauschädeltanz". Jedes Jahr trifft es einen anderen Bauern. Nach einer Hausschlachtung wird der "Sauschädel" vom Hof gestohlen und anschließend von Dieben mit Mascherln, Papierblumen und Buchsbaum aufgeputzt.
Am Abend sammelt sich die Dorfgemeinschaft und zieht mit den verzierten Sauschädel zum Schlächterhof. Beim geschädigten Bauern findet dann eine Gerichtsverhandlung statt, die ein Richter mit zwei Gendarmen abhält. Der Richter spricht nach einer sehr unterhaltsamen Verhandlung den Dieb schuldig. Aber durch die Einvernahme von Zeugen und Erhebungen, kommt es schließlich auch zur Verurteilung der Bäuerin, wegen Nachlässigkeit bei der Aufbewahrung des Sauschädels. Die Strafe ist meist die Bezahlung der Musikanten. Der gekochte Schädel wird dann meist um Mitternacht mit Knödel serviert, das lustige Treiben mit Musik und Tanz endet in den Morgenstunden.
Schöpfung
Schöpfung ist die Verwandlung einer chaotischen Welt in eine göttlich geordnete Welt.
Wo ein Menschenleben unmittelbar von Christus berührt wird, da geschieht die große Verwandlung: Aus dem Chaos wüster und ungeordneter Triebe wird ein klar gerichtetes göttliches Dasein.
Seele
Die Seele (griechisch „psyche“) ist das in einem Menschen, was ihn zu einer Person macht, samt alledem was zum Personenleben des Menschen gehört. Sie Seele hat die Fähigkeit, zu empfinden, zu denken, zu wollen, ein reiches Innenleben zu entfalten; sie verfügt über allerlei schöpferische Kräfte und Gaben, also auch über die verschiedenen „geistigen“ Gaben. Und doch steht im Neuen Testament neben der Seele als etwas Besonderes der Geist („pneuma“). Durch den Geist ist der Mensch Gott benachbart, dadurch kann er mit Gott in Beziehung treten. Wenn der hl. Geist über den Menschen kommt, knüpft er an den menschlichen Geist an. Durch den Geist wird die ganze Persönlichkeit/Seele göttlich erleuchtet.
Der Leib vermittelt der Seele die Beziehungen zur Umwelt, zur Schöpfung und zum Mitmenschen. Er ist die Behausung der menschlichen Person.
Im Idealfall ist, dass der Geist Gottes, der den Geist des Menschen durchdringt, der menschliche Geist die Seele, und die Seele den Leib.
Taufe
Die Taufe des Johannes war eine sinnbildliche Haltung. Das völlige Untertauchen ins Wasser des Jordans bedeutete, dass der Mensch seine bisherige Daseinsweise, namentlich auch seine bisherige Art, Gott zu dienen, als erledigt ansah. Johannes taufte zur Buße (Math. 3.11), Buße bedeutet Wiederkehr, Rückkehr zu Gott, zu der Gottesnähe die der Mensch ursprünglich hatte. Diese Rückkehr hatte zur Voraussetzung die radikale Abkehr von der herrschenden gottfernen Frömmigkeit. Es handelt sich bei der Buße nicht nur um die persönliche Schuld des einzelnen. Der Ruf der Buße war ein Gericht über die damaligen öffentlich-kirchlichen Zustände. Johannes und Jesus fordern die Absage an die in der Kirche ihrer Zeit herrschende Grundauffassung. Diese Grundanschauung oder Grundstimmung war folgende: Wir stammen von Abraham, haben unser Gesetz und unsere Traditionen. Darin wurde die Rechtfertigung zur Nähe Gottes gesehen. Dieser „kirchlichen“ Grundauffassung seiner Zeit setzt Johannes ein klares Nein entgegen. Er fühlt sich nicht berufen, bestehende religiöse Einrichtungen zu zerschlagen. Er verkündet unerbittlich, dass diese Einrichtungen zur Zeit keinen göttlichen Gehalt haben. Der Sinn der christlichen Taufe tritt gleich bei ihrem ersten Vollzug. Der Sinn der christlichen Taufe ist, dass die alte Umwelt samt ihrer Grundeinstellung untergeht. Der einzelne Getaufte erhält nicht nur die Lebensverbindung mit Christus, dem Haupt. Er ist zugleich in göttlichen Lebenszusammenhang gekommen mit der Gemeinde, dem Leib und deren Gliedern.
Tod
Der Tod ist im Neuen Testament nicht der natürliche Abschluss des Lebens. Es ist nicht so, dass die göttliche Schöpfung schon den Keim des Todes in sich trägt. Vielmehr hat die Verwüstung der göttlichen Schöpfung durch die Loslösung vom Schöpfer den Tod zur Folge z.B. (Röm. 5,12).
Die Totenauferweckungen Jesu waren einzelne Teileinbrüche der Gottesherrschaft in den Machtbereich des Todes. Seine eigene Auferstehung hat einen Ausblick geschaffen aus dem hoffnungslosen Dunkel des Sterbenmüssens (1.Petr.1,3-4) hiermit wurde der Grundstein zur endgültigen Überwindung gelegt.
Tod ist überall dort, wo die Verbindung mit der oberen Heimat abgeschnitten ist. Vom Tod spricht das Neue Testament nicht nur da, wo die Auflösung des Menschen schon offensichtlich erfolgt ist, sondern auch da, wo sie im Verborgenen begonnen hat, weil der Mensch abgeschnitten ist vom göttlichen Urquell des Lebens. Der gottferne Mensch stirbt immer mehr ab für das, was göttlich und groß ist.
Treue
Das griechische Wort „pistos“ bedeutet einen, der sich im Erfüllen von Aufträgen bewährt. Der hebräische Ausdruck bedeutet: einer der festhält.
Treue ist die Bewährung im Verwalten von Anvertrautem. Treu sein heißt: nach den Aufträgen des Herrn fragen.
Unter Treue wird im Neuen Testament auch das Bewahren von Anvertrautem verstanden. Jedem Menschen hat Gott wichtiges anvertraut, damit gilt es sorgsam umzugehen. Der himmlische Vater gibt nicht ins Blaue hinein die „eigentlichen“ Gaben (Luk.16/11). Er erprobt vorher die Treue. Der Kern der Gesinnung muss im Alltäglichen zum Ausdruck kommen.
Untreue ist es Gaben, die einem gegeben werden, verkümmern zu lassen, sie seinen Mitmenschen vorzuenthalten (Luk.19,20). Untreue ist es auch sich zu viele Arbeiten oder ein zu weites Arbeitsgebiet zuzumuten. Vielgeschäftigkeit und Hetze beruhen immer auf Untreue. Sie stammt aus der fehlenden Orientierung darüber, was Gott vom Menschen will.
Der himmlische Arbeitgeber hetzt seine Arbeiter nicht zu Tode.
Weihnachtskrippe
Wo Christen die Geburt Jesu feiern, findet sich die Weihnachtskrippe. Die Weihnachtskrippe wird Franz von Assisi zu geschrieben. Seine Weihnachtsfeier wurde mit Ochs und Esel und einer strohgefüllten Krippe abgehalten (lt. Thomas Celano) jedoch ohne Heilige Familie.
Die Krippenverehrung wurde im 16. / 17. Jhdt vom Adel gepflegt und verlagerte sich im 18. Jhdt ins Bürgertum. Durch den Christbaum im 19. Jhdt allgemeine Verbreitung fand, verlor die Krippe ihre Mittelpunktsfunktion.
Weihnachtsstern, Stern von Bethlehem
Die blühenden Weihnachtssterne (in rot und weiss), die wir in der Vorweihnachtszeit im Handel erwerben können, symbolisieren den Stern von Bethlehem. Nach dem Evangelium des Matthäus haben die Magier (hl. 3. Könige) einen Stern aufgehen sehen, dem sie dann gefolgt sind. Dieser Stern war den Magiern ein Zeichen und Wegweiser. Möglicherweise haben sie Saturn und Jupiter zusammen als einen Stern gesehen, denn beide Sterne standen nach astronomischen Berechnungen im Jahre 7 vor unserer Zeitrechnung sehr dicht beieinander.
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